Vorsicht - Giftpflanzen!!!

Jedes Jahr liest man in den Zeitungen über Vergiftungsfälle mit Pflanzen.


Gerade kleine Kinder sind gefährdet. Sie nehmen viele Dingen in den Mund, um ihre Umgebung zu erkunden und essen im Zweifel auch schlecht schmeckende Teile, da ihre Geschmacksknospen noch nicht voll ausgeprägt sind. Etwas größere Kinder spielen gerne kochen, verkaufen, Vater-Mutter-Kind ... und nehmen dazu alles, was sie so umgibt.

Also auch Pflanzen aus dem Garten oder den umliegenden Hecken. Gerade Giftpflanzen haben dabei oft verlockende Formen und/oder Farben. Und Giftpflanzen finden sich öfter in unserer Umgebung, als man so glaubt. Zierhecken und Staudenbeete stecken voller Geheimnisse! Dazu muss man nicht mal in die freie Natur gehen!

Glücklicherweise gilt nach wie vor „Allein die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus)! Auch sind häufig nicht alle Teile einer Pflanze giftig oder die Wirkstoffkonzentration nicht zu jeder Jahreszeit gleich! Das heißt jedoch nicht, dass wir im Falle einer „Giftprobe“ durch eines unserer Kinder zu locker mit der Sache umgehen sollten. Die Nummer der Giftnotzentrale sollte stets griffbereit sein und vor einem Anruf dort sollten sie sich im Zweifelsfall nicht scheuen!

Doch wie ist grundsätzlich der beste Umgang mit giftigen Pflanzen?! Aus der Umgebung von Kindern komplett verbannen?! Meiner Meinung nach ist es wichtig, Kinder mit ihrer Umgebung vertraut zu machen. Sie müssen lernen, dass umbekannte Dinge nicht in den Mund gesteckt werden! Später, wenn die Kinder „alt genug“ sind, sollte eine Aufklärung über die uns umgebenden Pflanzen statt finden. Welche ist giftig, welche essbar?! (Wichtig ist natürlich, dass die Erwachsenen sich auskennen :))


Schauen wir uns doch ein paar der wunderschönen Pflanzen in unserer Umgebung einmal genauer an.

Goldregen

Alle Teile giftig
Folgen: Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Schwitzen, Blässe und Speichelfluss, in schweren Fällen auch Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle und Kreislaufversagen.

Schneebeere/Knallerbse

schwach giftig (Beeren)
Folgen: nach dem Verzehr von 3–4 Beeren entstehen im Allgemeinen keine Beschwerden. Bei Verzehr größerer Mengen kann es zu Leib- schmerzen und Erbrechen kommen.

Liguster

schwarzen Beeren giftig
Folgen: Erbrechen, Durchfall und Leibschmerzen

Oleander

alle Teile giftig
Folgen: Erbrechen, in schweren Fällen auch kolikartige Leibschmerzen und Herzrhythmusstörungen.

Efeu

Blätter und besonders Beeren giftig
Folgen: Häufiges Anfassen von Efeublättern oder -wurzeln kann zu Hautentzündungen führen. Nach dem Essen von Beeren kann es zu Brennen im Rachen, Erbrechen und/oder Durchfall kommen.

Gartenbohne/Feuerbohne

rohe Bohne giftig
Folge: 2–3 Stunden nach dem Verzehr kann es zu manchmal schwer stillbarem, blutigem Erbrechen, Bauchschmerzen, blutigem Durchfall, Herzrasen, Kreislaufkollaps und Krampfanfällen kommen.

Tollkirsche

alle Teile stark giftig
Folgen: Trockenheit der Schleimhäute, Rötung des Gesichts, starkem Durst, beschleunigtem Puls und weite Pupillen, in schweren Fällen auch Gleichgewichts-störungen, Übererregbarkeit, Sehstörungen, Krampfanfälle; Todesfolge möglich.

Kartoffel

alle oberirdischen Teile giftig
Folgen: Halsschmerzen, Erbrechen, Leibschmerzen und Durchfall, in schweren Fällen auch optische Täuschungen, Angst und Krampfanfällen.

Fingerhut

alle Teile giftig
Folgen: Übelkeit, Erbrechen und Leibschmerzen kommen. Wenn nicht erbrochen wird, auch Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen und Halluzinationen.

Eisenhut

alle Teile stark giftig
Folgen: Schon 10–20 Minuten nach dem Verzehr kann zu Brennen und Kribbeln im Mund und in den Fingern und Zehen kommen sowie zu völliger Empfindungslosigkeit der Haut mit Gefühl der Kälte, weiterhin zu heftigem Erbrechen und kolikartigen Durchfällen. In sehr schweren Fällen können auch starke Muskelschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Lähmungen auftreten; Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen möglich.

Kirschlorbeer

alle Teile giftig
Folgen:Wenn Kinder beim Verzehr von Früchten die Samen ausspucken oder unzerkaut herunterschlucken, sind Erbrechen und Bauchschmerzen zu erwarten. die zerkauten Samen können Kratzen im Hals, Erregung, verstärkte Atmung hervorrufen.

Schneeball

schwach giftig
Folgen: Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen

Lebensbaum

alle Teile giftig
Folgen: Das Öl des Lebensbaumes kann Hautentzündungen verursachen. Nach dem Verzehr von Pflanzenteilen können Erbrechen, Durchfall und Leibschmerzen auftreten, in schweren Fällen auch Krampfanfälle und Nierenschäden.

Riesenbärenklau/Herkulesstaude

Stängelsaft giftig
Folgen: Vor allem beim Abschlagen der Stängel, wenn der austretende Saft auf die Haut tropft und die Sonne anschließend auf diese Stelle scheint, können Hautrötungen mit Blasen entstehen wie bei Verbrennungen 1. und 2. Grades.

Verhalten im Notfall!!!

1.) Bei Verdacht auf die Einnahme einer giftigen Pflanze SOFORT die Giftnotzentrale informieren! Beschreibung von Pflanze und etwaiger Einnahmemenge bereithalten! Symptome genau schildern!

2.) beim Auftreten von Symptomen sofort zum Arzt! Informationen der Giftnotzentrale bereit halten!

3.) Keine vorschnellen Hilfsmaßnahmen!
Erste Hilfe nur dann leisten, wenn der Notarzt nicht schnell genug kommt:

a) geben sie dem Kind 1-2 Gläser lauwarmen Himbeersaft oder lauwarmes Wasser

b) legen sie sich das Kind bäuchlings über die Beine

c) stecken sie den Finger tief in den Hals und drücken sie auf den Zungengrund, um das Erbrechen auszulösen

Niemals: Milch oder Salzwasser geben!!! Dies kann lebensgefährlich werden! (Salzwasser für Kinder kann lebensgefährlich sein, Milch verstärkt die Aufnahme der Giftstoffe)

Nummer der Giftnotzentrale in Bonn: 0228 19240 rund um die Uhr

Goldregen

Schneebeere / Knallerbse

Liguster

Oleander

Efeu

Gartenbohne / Feuerbohne

Tollkirsche

Kartoffel

Fingerhut

Eisenhut

Kirschlorbeer

Schneeball

Lebensbaum

Riesenbärklau / Herkulesstaude